Brautkleiderball International

Brautkleiderball International

Geschichte 20 Jahre Brautkleiderbälle 

Brautkleiderball_International_1996

20 Jahre Unternehmen Brautkleiderball – oder wie alles anfing - ein Rückblick!

Nach fast 20 Jahren ist es heute soweit: Die Tinte auf dem Vertrag ist schon längst getrocknet, bleibt nur noch alle wichtigen Daten zusammenzutragen, einige Kopien zu machen und Brautkleiderball International ist verkauft. Viel hat sich geändert – besonders in meinem Privatleben, somit ist es nicht mehr möglich das Unternehmen weiterzuführen. Beim Sortieren der Unterlagen, dachte ich mir, warum nicht? Schreib‘ es auf als Erinnerung, erzähl es weiter.
Vielleicht interessiert sich ja der eine oder andere Hochzeits- und Brautkleiderball-Verrückte dafür.  Es scheint ja noch mehr solcher Verrückter zu geben, sonst hätten sie ja nicht die Brautkleiderball besucht, die du ins Leben gerufen hast.

Ich weiß gar nicht, wie viele Brautkleider und Abendkleider ich im Leben schon anhatte und das jedes Jahr, manchmal bis 5-mal im Jahr. Ich weiß auch nicht, wie viele Hochzeiten und Brautkleiderbälle ich insgesamt organisiert habe – in all den Jahren. Irgendwann verliert man den Überblick.  In fast 20 Jahren kommt viel zusammen, da darf man schon mal vergesslich werden.

Aber all die Geschichten und Erlebnisse, die ich beim Organisieren der Hochzeiten und besonders in den Jahren Brautkleiderball International erlebt habe, die werde ich nicht vergessen.

Besonders den Anfang der Geschichte von Brautkleiderball International.

Organisation von Events (hießen früher noch Veranstaltungen) gehörten auch zu meinem Beruf. In meinem früheren Berufsleben organisierte ich schon für ein großes amerikanisches Unternehmen, Manager Meetings, plante und organisierte Reisen usw.

Richtig infiziert wurde ich, als meine Eltern mir in den frühen 80er Jahren von ihren Städtereisen aus Barcelona (Pronovias) und Rom diverse Brautmodenkataloge mitbrachten. Ich war im Hochzeitsfieber. Die Hochzeitsbräuche und die Brautmode, gerade aus anderen Ländern interessierten mich. Egal ob Bahn, Flugzeug wo auch immer, steckte meine Nase in irgendeinem Brautmagazin.
Auf Geschäftsreisen, wenn Zeit zwischen den Flügen war, oder beim Umsteigen auf großen Anschlussbahnhöfen, stöberte ich die Pressegeschäfte nach internationalen Brautmodenmagazinen durch. Das eine oder andere Magazin erschwerte mein Handgepäck um einiges und das alles, obwohl noch nicht mal ein potentieller Heiratskandidat in Sicht war!

(Heute liegen sie alle in einer großen Kiste unter meinem Bett. Meine fünfzehnjährige Tochter kramte sie beim letzten Aufräumen raus, und wir amüsierten uns über die Mode, und dass einige Magazine schon mit Klebeband repariert sind, da sie sonst auseinanderfallen würden.)

Nach unserer Verlobungsfeier mit meinem Traummann,  gab es dann auch kein Halten mehr. Wir planten für 1992 unsere Traumhochzeit. Diverse Brautmodenzeitschriften, Aktenordner gefüllt mit Informationen über Locations, Farbmuster, Muster von Menü und Einladungskarten gehörten von nun an zu meiner Standardausstattung. Meine Arbeitskollegen und mein Chef zogen mich immer damit auf, dass ich sogar in meinen Pausen meine Hochzeit plante und nach der Arbeit von Termin zu Termin hetzte.  Da es noch kein Internet oder Emails gab, gestaltete sich die Recherche recht schwierig – Ein Full-Time-Job.

Selbstverständlich hatte ich mein Brautkleid schon – nämlich genau zwei Jahre früher, beim damals bekanntesten Baut Modengeschäft „Petsch – ältestes und größtes Brautmodengeschäft damals in Berlin“ gekauft.  Eigentlich wollte ich mir einen Wintermantel kaufen und war mit meiner Mutter zum Einkaufen am Kurfürstendamm verabredet.

Der Weg zum Ku-Damm führte bei Brautmoden Petsch vorbei. Im Schaufenster die Ankündigung: „neue Frühjahrskollektion“ eingetroffen. Es gab kein Halten mehr. Rein ins Geschäft und raus kam ich mit drei druckfrischen Katalogen der Brautmoden für die nächste Saison. Nur mal gucken, sind ja noch viele Monate Zeit. Die Beraterin sagte mir, dass 8 Monate auf jeden Fall genug sind, um sich ein Brautkleid zu kaufen. Mit  meiner Mutter machten wir es uns erst mal mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Torte im Café am Ku-Damm bequem, um uns für die Aktion „Wintermantel“ zu stärken. Beim Warten auf die Rechnung zeigte ich ihr meine neuen Schätze. Als wir den zweiten Katalog durchblätterten, stockte mir der Atem. DAS WAR ES! Ich hatte zwar schon immer eine ungefähre Vorstellung, aber in dieses Kleid verliebte ich mich sofort.
Weißer Satin (creme war noch nicht in Mode) bestickt mit Blütenapplikation, eine superlange Schleppe mit Perlen bestickt, durchbrochen mit Spitze, zarte Organza Volants wasserfallartig angeordnet, schmale Taille, weiter Rock, schönes Dekolleté, Carmen-Ärmel. Ich musste es probieren und wenn möglich sofort! Kurzerhand wurden die Wintermantel-Pläne über den Haufen geworfen und wir fuhren zurück zu Brautmoden Petsch. Die Verkäuferin lachte, als sie mich, meine Mutter im Schlepptau wieder erkannte. Ich war erst vor guten Stunde da, um die Prospekte zu holen!

Wir fragten nach meinem Traum-Modell aus dem Katalog. Sie müsse im Lager nachsehen, da nicht alle Modelle zum Probieren im Laden seien. Ansonsten würde sie das Kleid für uns bestellen und wir könnten einen Anprobe Termin vereinbaren. Nach einigen Minuten erschien sie wieder und….sie hatte DAS KLEID über dem Ärmel. Da im Geschäft gerade nicht viel los war, fragte sie mich, ob ich anprobieren wolle. Und ob ich wollte!
Als ich aus der Umkleidekabine trat, schossen meiner Mutter sofort die Tränen in die Augen.

Ich fühlte mich sofort wohl und wusste, obwohl ich zuvor noch nie ein Brautkleid anhatte, das ist mein Kleid der Kleider. Wir waren uns einig, dies und kein anderes. Ob die Möglichkeit bestünde es noch bis zur Hochzeit im Geschäft hängen zu lassen, denn enger gemacht und ein wenig geändert musste es ja auch noch werden. Kein Problem, aber eine Anzahlung müsste ich leisten.

Zu Hause fragte mich mein Zukünftiger, ob der Einkaufnachmittag von Erfolg gekrönt war, da ich mit leeren Händen (kein Mantel!) nach Hause kam! Ich habe diese Frage dann vorsichtig mit einem JA beantworten!

Obwohl wir eine Woche Hochzeit feierten. Junggesellen-Abschiede für meinen Verlobten und mich, zwei Tage später Polterabend, zwei Tage später Standesamt, wieder zwei Tage dazwischen kirchliche Trauung und großes Fest, danach zwei tolle Flitterwochen auf Sri Lanka, flogen diese Tage nur so dahin. Man kam vor lauter schönen Eindrücken gar nicht zum Luft holen. Mit Begeisterung klebten wir Fotos ein, sahen die Videofilme an und schwelgten in Erinnerungen.

Der Alltag mit Berufen und Hobbies waren ausgefüllt, drei Jahre gingen ins Land und ich wurde mit unserem ersten Wunschkind schwanger. Ich genoss das erste Jahr zu Hause mit meinem Sohn in vollen Zügen, ging in Krabbelgruppen, traf mich mit anderen Müttern, spielte mit ihm auf dem Spielplatz. Aber auf die Dauer war mir das zu wenig. An meinen alten Arbeitsplatz konnte ich aufgrund von Umstrukturierung nicht zurück, denn Vollzeitarbeiten mit Reisetätigkeit, das wollte ich nicht.

Wie der Zufall im Leben so spielt, waren wir im Bekannten- und Freundeskreis die ersten, die geheiratet hatten. Durch die Informationen, die ich gesammelt hatte und aufgrund meiner Berufserfahrung wurde ich öfters nach Tipps und Ideen gefragt. Es machte großen Spaß und ich schlug zwei Fliegen mit einer Klappe. Ich konnte organisieren und mich mit dem Thema Hochzeiten beschäftigen.

Von einer Freundin aus den USA wusste ich, dass es in Amerika schon die längere Zeit Hochzeitsplaner gab. Durch den Disney-Film „Vater der Braut“, der genau in dem Jahr in Deutschland in die Kinos kam, als wir auch heirateten, wurde hier der Beruf des Hochzeitsplaner (Weddingplanner) vorgestellt.  In dem Film „Vater der Braut“ ein Remake eines erfolgreichen Hollywoodstreifens von 1950 mit Spencer Tracy und Elizabeth Taylor, spielt Martin Short, den absolut liebenswerten und etwas exaltierten Franck Eggelhoffer, in Gestalt des Chefs einer „Hochzeits-Agentur“, den Hochzeitsplaner, der die Hochzeit der Tochter eines Schuhfabrikanten gespielt von Steve Martin, organisieren soll. Ich liebe diesen Film. Besonders im englischen Original ist der Akzent, mit welchem dieser Franck spricht, einfach köstlich. 

Durch den Film und die Mitplanung  bei Hochzeiten von Bekannten und Freunden, verselbständigte sich die Idee zur Selbständigkeit mit einer Hochzeitsagentur buchstäblich.
 

Ich recherchierte in den USA und in Deutschland. Einige Agenturen gab es bereits in Deutschland, aber nicht viele. Mit meiner Berufserfahrung und dem Know-How, das ich mir über Hochzeiten angeeignet hatte, ging wir mit dem Hochzeits- und Veranstaltungsservice Köbschall 1996 an den Start. Mein Mann unterstützte mich und investierte in unser Vorhaben.

Wir inserierten in den Brautmodenmagazinen und verteilten Flyer und Visitenkarten in den Brautmodengeschäften und Standesämtern. Schon bald organisierten wir die ersten Hochzeiten, viele Kunden kamen auch durch Mundpropaganda oder auf Empfehlung von Freunden zu uns.

Bei der Hochzeit einer guten Bekannten aber, ging einfach alles schief. Sie heiratete Anfang Mai, leider zur Zeit der Eisheiligen, es regnete den ganzen Tag von morgens bis abends. Auf dem Weg zur Kirche hatte der gemietete Rolls Royce einen Motorschaden und blieb liegen. Die bekannte Kirche „St. Peter und Paul“ war eingerüstet, weil sie renoviert wurde. Das hatte die Kirchengemeinde „vergessen“ dem Brautpaar zu sagen, als sie sich für eine kirchliche Trauung dort anmeldeten. Die Orgel war auch eingerüstet und konnte nicht bespielt werden. Die Organistin saß an einer Heimorgel in unmittelbarer Nähe des Altars. Das Fotoshooting war auf der Pfaueninsel geplant, vor dem romantischen weißen Schloss und dem Rosengarten.

Als die Braut aus dem „Ersatz-Auto“ stieg, war das Stück Weg, dass sie durch den Wald bis zur Kirche laufen musste, so aufgeweicht, dass trotz allen Bemühens durch Hochheben des Kleides und der Schleppe der Saum und die Schleppe mit Matschspritzern bedeckt waren.

Gut, dass die Zeremonie schön und ohne Unterbrechung war. Da nach dem Gottesdienst draußen und auf der Pfaueninsel schon gar keine Fotos, aufgrund des Dauerregens gemacht werden konnten, wurden einige Fotos am Altar geschossen. Die Zeit, um die wichtigsten Fotos mit Eltern, Trauzeugen, Gästen usw. zu machen reichte aber bei weitem nicht. Das nächste Brautpaar stand schon zitternd vor Kälte draußen mit seinen Gästen vor der Kirche und wartet auf Einlass und seine Trauung. Die zuständige Küsterin scheuchte uns alle schnell und sehr unfreundlich aus der Kirche.

Angekommen am Restaurant, sollte der Sektempfang auf der Terrasse des Restaurants mit wunderschönem Blick auf den Wannsee stattfinden, leider musste dieser in den Vorraum des Festsaales verlegt werden, da keiner der Gäste, direkt von der Terrasse in den See schwimmen wollte. Die Terrasse stand komplett unter Wasser (Eine Hochzeit mit Thema – die kleine Seejungfrau – Arielle feiert Hochzeit – wäre an diesem Tag, dem Thema Genüge getan….)

Durch das ganze Durcheinander, die Gäste durchgefroren, Frisuren durch den Wind ruiniert, verschwanden einige weibliche Gäste erst einmal auf den Toiletten, um sich zu stylen. Irgendwie bekam der Fotograf an diesem Tag nicht ein vernünftiges Gruppenfoto,, mit allen Beteiligten zusammen. Auch vom Paar selbst, konnten nicht die Aufnahmen gemacht werden, die es sich vorgestellt hatten.

Gott sei Dank, verlief der Rest der Feier ohne weitere Zwischenfälle. Das Essen war lecker, man hatte viel Spaß und es wurde getanzt…aber…

Als die Braut das Kleid aus der Reinigung abholte, ich war dabei, hängte sie es in den Schrank mit Tränen in den Augen. „Es war ein schöner Tag, er ging zu schnell vorbei und war nicht ganz so, wie ich es mir gewünscht habe. Wie gerne würde ich es noch einmal tragen, darin tanzen, Fotos bei Sonnenschein, den Tag einfach in dem Kleid genießen.“

Ich stimmte zu, das wäre toll. Mir ging meine Hochzeitswoche auch zu schnell vorbei und das Kleid…., naja vielleicht könnte man es ja mal zum Hochzeitstag zu Hause anziehen,…..oder wir machen mal eine Party in unseren Brautkleidern.

Party im Brautkleid? Warum eigentlich nicht?! Viele Bräute haben mir nach der Hochzeit erzählt, dass sie es schade finden, dieses  Kleid nur einmal anziehen zu können. DAS TRAUMKLEID – das so viel gekostet hat, mit viel Liebe und Herzblut ausgesucht wurde – nur einmal? Warum eigentlich???!!!!

In meinem Freundes, Bekanntenkreis  und einige Kunden, von denen ich wusste, dass sie mich nicht gleich für verrückt halten würden, fragte ich, wer Lust hätte eine Party im Hochzeitsoutfit zu feiern. Es waren gar nicht so wenige. Insgesamt waren wir 16 Paare, die das wollten. Aber wo feiern, wann und wie?

Auf jeden Fall in einem Sommermonat, damit die Schön-Wetter-Garantie hoch ist. Eine lange Vorbereitungszeit braucht man auch, alle Paare müssen Zeit haben, Kleider müssen gerichtet werden, Babysitter organisiert usw.

(M)eine absolute Traum Location hatte ich ja schon lange im Kopf. Das Opernpalais in Berlin Mitte wäre meine erste Wahl. Ehemaliges Schloss der Kronprinzessinnen, der Töchter, der Königin Luise.  Elegante Säle mit Spiegeln, Kronleuchtern, exzellente Küche, gediegenes Ambiente. Hier waren schon große Staatsoberhäupter zu Gast. Aber in diesem gediegenem Ambiente eine Party, mit lauter ehemaligen Bräuten und Bräutigamen im Hochzeitsoutfit mit Diskothek und Hochzeitstorte auf einer Hochzeitsfeier, die keine ist? Im Gemeindesaal der Kirche oder im Laubenpieper Vereinshaus, Gaststätte zum Goldenen Hirschen, weit abgelegen.
Aber mitten auf dem Präsentierteller in Berlin Mitte, am Wochenende vor aller Augen der Touristen, Gästen des Opern-Cafés, flanierenden Berlinern, die ja eh immer einen kessen Spruch auf den Lippen haben?

 

Es wäre aber einfach zu schön, diese romantische Stadt-Schloss Location, am Prachtboulevard Unter den Linden, der Rosengarten vor dem Opernpalais, perfekt für Fotos. Alles würde passen!

Als ich mit meinem Vater im Januar 1996 wieder einmal Unter den Linden spazieren ging, und ich ihm wieder von der Locationsuche vorschwärmte oder erzählte. Spazierte er einfach ins Opernpalais und ließ den Ansprechpartner des Veranstaltungsbüros, sowie eine Bankettmappe geben. Mit den Worten „hier, mach etwas draus“, ließ er mich verblüfft zurück.

Die Preise, die Raummiete die Verträge!!! Nicht ohne! Für jemanden, der viel Geld für eine große Hochzeit im großen Stil ausgeben möchte, bestimmt kein Problem, aber für eine Party im Brautkleid mit ca. 34 Personen und dann noch alle im Hochzeits-Outfit?

Bestimmt stand im Vertrag als sehr Kleingedrucktes: “Veranstaltungen, die von der üblichen Norm abweichen, können, damit der Ruf unseres Hauses bewahrt bleiben, von der Geschäftsleitung im Voraus abgelehnt werden.“

Hier schaltete sich mein Vater ein: “Ruf‘ doch einfach an und frage. Das kostet nichts. Und du hast Deine Ruhe. Wenn nicht, dann wird es eben ein nettes Vereinshaus.“

Ja, er hat ja Recht. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich leider auch noch keinen Hochzeitsservicekunden für das Opernpalais. Ich wollte mir mit diesem ungewöhnlichen Ansinnen auch nicht das Opernpalais, als eventuellen Geschäftspartner für seriöse Hochzeiten, vergrämen.

Aber egal, sonst würde ich keine Ruhe finden. Ich rief von unserem Büro aus an, damals wurde die Rufnummer noch nicht automatisch angezeigt und ich könnte als Privatperson anrufen und mich mit meinem Mädchennamen melden. So könnte man keine Rückschlüsse auf meinen Hochzeitsservice ziehen.

Mit klopfendem Herzen wählte ich die Nummer für die Verkaufsabteilung vom Opernpalais.

Als sich am anderen Ende eine männliche Stimme meldete, rutschte mir erst einmal das Herz in die Hose.
 

Na ganz klasse!!!
Ein Mann!!!  - Der wird dieses Ansinnen ja gar nicht verstehen. Ich fragte also erst einmal nach zwei Terminen für Juli und als Option den Saal an,  und ob er überhaupt noch frei wäre.

Der Mitarbeiter bejahte, sagte aber auch gleich, dass er nur die Termine entgegen nehmen würde und mich an seine Kollegin weiterreichen würde, die Veranstaltungen direkt plant. Um welche Art Veranstaltung es denn gehen würde? Eine Hochzeit – ok. Er reiche weiter.

Seine Kollegin, Frau Andrea G.  begann nach der Begrüßung auch gleich mit der Frage nach den Details. Welchen Hochzeitstermin wir hätten, welchen Saal, wieviel Personen usw.

Personen so um die 36, aber wir bräuchten unbedingt den großen Kronprinzessinnensaal, da wir viel Platz benötigen würden zum Tanzen und überhaupt…

Eigentlich würde aber die Hälfte des Saales für diese Anzahl von Personen erfahrungsgemäß, auch für das Tanzen mit DJ ausreichen, ebenfalls die Tische mit runden 10er- oder  sogar 12er Tischen. Warum ich denn meine so viel mehr Platz zu benötigen? Die Tanzfläche wäre dann auch teurer, die Raumkosten usw. man würde mir mit den Erfahrungen des Opernpalais-Teams schon beiseite stehen…

Zeit, die „Ball-Pläne“ aus dem Sack zu lassen. Naja, es handele sich gar nicht um eine Hochzeit im eigentlichen Sinne, sondern eher um eine Party mit Gleichgesinnten, als Art Hochzeitsfeier organisiert mit Fotoshooting im Garten, Sektempfang, Hochzeitsorte und DJ.

Und!!! – Alle beteiligten kommen in ihren originalen Hochzeits-Outfit, in Hochzeitskleidern mit Schleier, Reifrock, Brautstrauß und allem was dazu gehört. Aus diesem Grund, können es keine 10er Tische sein. Es wird Platz für die „ausladenden Kleider“ benötigt. Vielleicht könnte man auch mit der Raummiete etwas entgegen kommen…? Sprudelte ich los.

ABSOLUTE Stille am anderen Ende der Leitung. Mir kam es wie 3 Minuten Schweigen vor – und die können sehr lange sein!!!
Jetzt, so dachte ich, ist noch der Moment an dem du einfach auflegen kannst, deinen Namen haben die sich eh nicht gemerkt. Und du rufst beim Gasthof zum Goldenen Hirschen an.

Frau Andrea G. aber, nachdem sie sich gefangen hatte, klang ziemlich begeistert. „Das habe ich ja noch nie gehört, das ist ja mal eine tolle Idee!!! Kann ich absolut verstehen, ich habe letztes Jahr geheiratet und mein Kleid hängt auch noch im Schrank und der Tag ging so schnell vorbei. Lassen Sie mich die Tage mit der Geschäftsleitung sprechen, ich melde mich dann bei Ihnen.“

Drei Tage später kam im Büro, die Nummer musste ich ja nun angeben, der erlösende Anruf vom Opernpalais ( von Frau Andrea G.). "Die Geschäftsleitung hat ihr OK gegeben, lassen Sie uns einen Termin machen, um die Einzelheiten zu besprechen. Ich freue mich darauf, Sie und Ihre originelle Idee kennenzulernen."

Bei dem Termin trat mir eine,  von der Idee begeisterte Frau Andrea G. gegenüber. Mit ihr planten ich die Party wie eine Hochzeit. Sektempfang bei schönem Wetter auf der Terrasse, oder im Rosengarten des Opernpalais. Anschließend Gruppenfoto und Fotoshooting auf der Treppe vom Opernpalais. Danach Einzug in den Ballsaal, unser DJ spielt den Hochzeitsmarsch, anschließend Hochzeitssuppe am Tisch serviert und ein Buffet. Dann tanzen bis nach Mitternacht und als Höhepunkt Anschneiden einer Hochzeitstorte, von der jeder ein Stück, wie es der Brauch ist, erhält.

Die Tische sollten mit Tüll, Kerzen Rosenblättern, Blumengestecken und Kerzenleuchtern dekoriert werden. Da die Geschäftsführung die Idee mit den Brautpaaren einfach klasse fand, kam man mir auch mit dem Preis entgegen. Zu allen Ideen, die ich zu dieser Party in diesem Jahr, oder auch den weiteren Bällen hatte, stimmte das Team vom Opernpalais zu und trug mit seiner Begeisterung  dazu bei, dass sich der Brautkleiderball etablieren konnte. Es ist schade, dass es diese wunderschöne Location schon seit Jahren nicht mehr gibt. Wer weiß, was aus Brautkleiderball International geworden wäre, hätten Andrea G. und ihr Team nicht so begeistert reagiert.

Der Vertrag war unterzeichnet und die Vorbereitungen konnten beginnen. Die Einladungen mit allen wichtigen Details an die Paare geschickt, die sich angemeldet hatten. (Emails gab es 1996 noch nicht).

Die teilnehmende Paare, insbesondere die Bräute, riefen aufgeregt bei uns an. Können wir schon gestylt hinkommen, mit Schleier, Reifrock, brauche ich einen Brautstrauß usw.

Es herrschte eine Aufregung wie zu einer echten Hochzeit.

Als Samstag, der 17. Juli 1996 da war, schien die Sonne und es war voll auf dem Boulevard Unter den Linden, auch auf den Plätzen der Terrasse im Opernpalais-Café war es voll. Mein Mann und ich waren schon früher da, um den Ablauf durchzusprechen und um alles zu organisieren, was man als Veranstalter ebenso macht und um die Paare gebührend zu empfangen. Als wir auf der Freitreppe vom Opernpalais mit dem Personal standen, das schon die Sektgläser bereithielt, wurden wir von vielen Schaulustigen schon zu „unserer“ Hochzeit beglückwünscht. Dankend nahmen wir die Glückwünsche entgegen. Die meisten Menschen freuen sich immer, wenn sie Brautpaare sehen (das geht mir auch immer noch, auch nach all den Jahren so).

Es wäre einfach zu kompliziert gewesen, zu erklären, dass wir schon länger verheiratet sind.
Plötzlich hörte man Unter den Linden ein Hupkonzert. Das nächste Brautpaar fuhr vor. Wir begrüßten es und es stellte sich zu uns. Also warten schon zwei Brautpaare auf der Freitreppe. Ich erinnere mich noch an den Ausruf  einer Touristengruppe: „Ach schau Horscht, wie schön, ane Doppelhochzscheit, ach, wie ischt dasch schön romantisch, gell?“

Auch das blieb von uns unkommentiert, wir vier grinsten nur. Aber dann ging es los…! Brautkleiderball Termine 2016-2017

Es wurde noch mehr gehupt und es trudelten immer mehr Brautpaare vor dem Opernpalais ein. Als alle Paare versammelt waren, staunten die Passanten und Gäste auf der Café-Terrasse nicht schlecht. Die Brautpaare wurden auch angesprochen, ob es sich um eine Demonstration, Dreh für einen Werbespot oder ähnliches handeln würde.

Mittlererweile war auch ein Fernsehteam von der Berliner Abendschau eingetrudelt (mein Vater hatte im Sender angerufen, und auch einen Tipp an die Tageszeitung, für eine ungewöhnliche Party mit Bräuten…gegeben). Ich gab mein erstes Interview, es war ziemlich spannend und aufregend. Damals wusste ich noch nicht, das dieses erst der Anfang war…es folgten in den nächsten 20 Jahren, zahlreiche Interviews, Zeitungsreportagen, Dokumentationssendungen, Einladungen zu Talkshows und live-Interviews in diversen Radiosendern – bundesweit,  wenn ich das damals gewusst hätte….

Auch die Passanten wurden gefragt, was sie denn glauben, was diese Versammlung sei. Eine Frau, die befragt wurde meinte, dass es sich bestimmt um die Moon Sekte mit einer Massenhochzeit handele. Wenn wir uns im Team die Aufzeichnungen mit den Kommentaren der Passanten  von damals ansehen, müssen wir immer noch lachen. Vor allen Dingen, ist es interessant anzusehen,  wie sich die Hochzeitsmode in den 20 Jahren verändert hat.

Alle Gäste im Opernpalais und die Passanten wurden nach und nach aufgeklärt. Die Berliner Morgenpost war auch anwesend. Es wurde am nächsten Tag ein kleiner Bericht mit Gruppenfoto mit meinem Namen und unserer Firmierung in der Sonntagsausgabe veröffentlicht.

Der Ball-Partyabend wurde ein voller Erfolg. An den Tischen wurde viel gelacht und obwohl sich nicht alle kannten, gab es ein Thema: Wie und wo habt ihr denn geheiratet. Wir fotografierten uns gegenseitig im Opernpalais, beim Tanzen, vor den großen Spiegeln im Opernpalais und hatten so viel Spaß. Mein Vater kam damals mit der Videokamera vorbei, um das einmalige Ereignis für uns festzuhalten. Er hat den Film mit viel Liebe gedreht, geschnitten  und vertont. Fast alle Paare wollten diesen Film haben, obwohl er Laie ist, fanden die Paare es schön, diesen kleinen Film als Erinnerung an den ersten Ball zu haben. Unsere Bekannten, deren Hochzeit es total verregnet hatte, war glücklich. Sie strahlte mit ihrem „frisch gereinigten“ Brautkleid und Ehemann um die Wette. Endlich hatte sie Fotos vom Brautkleid im Sonnenschein, der Stress der Hochzeit war abgefallen und beide genossen den Tag, in der lockeren Atmosphäre mit vielen Gleichgesinnten. 

 

Brautkleiderball_Impressionen_YouTube

YouTube - Impressionen

Getanzt wurde bis zum Morgen.  Aber… auch der schönste Partyabend musste zu Ende gehen. Alle bedankten sich waren glücklich und ich versprach, das machen wir in ein paar Jahren noch einmal. Das Team vom Opernpalais war auch zufrieden und fand den Abend gelungen und aufregend. Immer wieder kam das Personal aus den verschiedensten Abteilungen des  Opernpalais und fragte an der Saaltür, ob sie mal gucken könnten. So viele Brautpaare auf einen Haufen, die ausgelassen tanzen,  hatten sie bis dato noch nicht gesehen.  Wir verabschiedeten uns vom Opernpalais mit den Worten, wir sehen uns bestimmt bei einer Hochzeit oder anderen Veranstaltung in den nächsten Jahren wieder.

Dass diese Veranstaltung in den nächsten Jahren eine feste Einrichtung im Opernpalais sein würde, damit rechnete zu diesem Zeitpunkt niemand….Es kam, wie so oft im Leben, ganz anders.

Der Montag im Büro fing schon damit an, dass der Anrufbeantworter hektisch blinkte. Zwei Nachrichten von Kunden und eine Anfrage auf den Artikel in der Zeitung, wann denn die nächste Party im Brautkleid sei, und wo man sich anmelden könnte.

Das war und blieb in dieser Woche nicht die erste Anfrage. Warum eigentlich nicht, öffentlich so eine Veranstaltung anbieten? Es geht doch bestimmt anderen Brautpaaren auch so!

Ein Anruf beim Opernpalais bei Frau Andrea G. und es stand fest, wir werden eine Party, besser noch einen Ball im Brautkleid und zwar im Sommer des darauffolgenden Jahres anbieten. Die Idee kam gut an. Der Brautkleiderball war geboren und sollte bald zu einem festen Bestandteil auf dem Hochzeitsmarkt werden.

Was hat unser Team vom Brautkleiderball International in diesen 20 Jahren nicht alles erlebt und gesehen?!  Alleine schon die wunderschönen Locations, verteilt in ganz Deutschland und Österreich. Prachtvolle Schlösser, romantische Guts- und  Herrenhäuser, luxuriöse elegante 5-Sterne Hotels.

Aber besonders in Erinnerung bleiben werden uns wundervolle Menschen, die wir durch die Bälle kennengelernt haben. Diese Geschichten und Erlebnisse reichen für viele „Hochzeits-Leben“. Tragische, rührende, traurige nachdenkliche stimmende Geschichten und Schicksale,  die mit den Brautpaaren, die die Bälle besucht haben, zusammenhingen aber auch viele wundervolle, lustige Gegebenheiten. Wenn ich im Ruhestand bin, so habe ich mir vorgenommen, dann werde ich mich hinsetzen und all die „1000 und 1“ Brautkleiderballgeschichten und Erlebnisse aufschreiben.

Auf keinen Fall unerwähnt sollen die Brautkleiderball-Babys bleiben…von denen uns die Paare berichtet haben, dass sie nach dem Brautkleiderball noch ein romantisches Wochenende mit „Hochzeits-Ball-Nacht“ hatten, und so ein besonderes Brautkleiderball-Souvenir mitnehmen konnten.

Nach knapp 20 Jahren Brautkleiderball haben mein Mann und ich uns entschlossen, die Firma Brautkleiderball-International zu verkaufen. Einiges hat sich in unserem privaten und beruflichen Leben verändert. Durch unsere Firma Pritti Event und durch Kontakt zu den neuen Brautkleiderballpartnern, alten sowie neuen Geschäftspartnern, werden wir die Entwicklung der Brautkleiderbälle weiter verfolgen können und bleiben so ein Stück weit der Hochzeitbranche treu.

Wir wünschen allen, die die Bälle besucht haben, besuchen werden oder beruflich damit zu tun haben, so viel Spaß bei der Organisation und Durchführung , wie wir sie mit unserem Team in all den Jahren hatten.

Was mir bleibt sind die Bilder in den Fotoalben, die gesammelten, zum Teil schon angegilbten Presse-Ausschnitte, viele Geschichten im Kopf und in Briefen, die mir die Paare geschickt haben, oder die wir selber auf dem Ball hautnah erlebt haben. Mitschnitte von Filmbeiträgen über die Bälle, Aufzeichnungen von Fernseh- und Radiointerviews. Fotos, Flyer, Verträge, Programmabläufe, Aktenordner voll Korrespondenz mit  Gästen, Locations, Brautmodengeschäften und Hotels, aus den Zeiten, wo es noch kein Emailverkehr gab.

 

Brautkleiderball_Muenchen_2014

Foto: Impressionen - Brautpaare auf dem Brautkleiderball München 2014  - auf dem Weg zum Fotoshooting.

…und wenn ich die Augen schließe und mich an die Brautkleiderbälle erinnere, höre ich als erstes das Rascheln der Brautkleider, das Lachen der Gäste und das Aneinanderklingen der Gläser beim Sektempfang und der freudige Applaus, wenn die Luftballons zum Beginn des Balles in den lauen Abendhimmel fliegen.

Dann erst steigen Bilder vor meinem geistigen Auge auf. Sonnenschein,  kostbare Stoffe, lange Schleppen, zarte Spitzen und Perlen Stickereien, Schleifen aus Tüll, aus Seide, glitzernde Krönchen, sich beim Tanzen bauschende Röcke, Brautkleider mit wundervoll verzierten Schleppen, die für das Fotoshooting auf der Schloss Treppe drapiert werden. Die staunenden Blicke der Passanten,  Bräute, die mit gerafften Röcken, strahlend am Arm ihres Ehemannes auf dem Gendarmenmarkt spazieren gehen, wirbelnde weiße Paare, die sich wie im Traum im Kerzenschein auf der Tanzfläche drehen….und vor allen Dingen, glückliche verliebte Menschen, die sich an einem romantischen Abend aus dem Alltag davon stehlen  und sich tief in die Augen schauen.

Ich bin dankbar, für alle Erlebnisse, die  ich in all den  Jahre gemeinsam mit meinem Team,  meinen Ehemann, Freunden und Eltern teilen durfte.

Ein besonderer Dank gilt meinen Eltern, besonders meinem Vater und meinen lieben Ehemann, ohne die der Traum Brautkleiderball International  - nur ein Traum  geblieben wäre.

Hoffentlich gibt es noch viele wundervolle Brautkleiderbällen mit glücklichen Paaren, die ich dann einfach „still und leise“ als Gast genießen kann.
 

Bettina Köbschall
Februar 2015

 

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Seit 1996 Brautkleiderball International -

Ihr Brautkleid ist ein Traum von einem Kleid, und Ihr Hochzeitstag ging leider viel zu schnell vorbei,
Sie möchten einen romantischen Abend verleben?

Dann möchten wir Ihnen die Brautkleiderbälle von Brautkleiderball International ans Herz legen!
Lassen Sie
Ihre Erinnerung wieder aufleben. Tragen Sie Ihr Traumkleid und Ihr  Hochzeitsoutfit auf einem Brautkleiderball. 
Gäste in festlicher Abendgarderobe sind selbstverständlich herzlich willkommen!

Ein  unvergesslicher Ballabend erwartet Sie.

 

App

Ein ganz besonderer Abend erwartet Sie.

 

Informationen zu den bundesweiten Brautkleiderbällen (Brautkleiderbällen.)

 

 

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